Medizinisches Cannabis: Anwendung, Rezepte & Wirkung – Blog
Inhaltsverzeichnis
- Was ist medizinisches Cannabis?
- Verschreibungsfähige Cannabisprodukte
- Für welche Krankheiten ist Cannabis gut?
- Rechtliche Lage & Rezept in Deutschland
- Blüten, Extrakte & Öle
- Nebenwirkungen & Risiken
- FAQ aus der Community
Was ist medizinisches Cannabis?
Unter medizinischem Cannabis versteht man Hanfpflanzen oder daraus gewonnene Wirkstoffe, die zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Im Unterschied zum Freizeitkonsum stehen medizinische Präparate unter staatlicher Kontrolle und werden von Ärzten auf Rezept verordnet. Die Wirkung entfaltet sich über das körpereigene Endocannabinoid‑System: körpereigene Botenstoffe binden an CB1-Rezeptoren im Gehirn und an CB2-Rezeptoren im Immunsystem und regulieren so Appetit, Schmerzempfinden, Stimmung und viele weitere Funktionen. Phytocannabinoide wie THC und CBD greifen in dieses System ein.
- THC (Tetrahydrocannabinol) bindet überwiegend an CB1-Rezeptoren. Es sorgt für die bekannten psychoaktiven Effekte wie Euphorie, veränderte Sinneswahrnehmung, Müdigkeit und gesteigerten Appetit. Nebenwirkungen können Müdigkeit, Gedächtnisstörungen oder Herzrasen sein.
- CBD (Cannabidiol) hat keine berauschende Wirkung. Es interagiert vor allem mit CB2-Rezeptoren, wirkt entzündungshemmend und anxiolytisch und kommt u. a. bei Epilepsie zum Einsatz.
- Indica‑ und Sativa‑Sorten unterscheiden sich sowohl in ihrem Wuchs als auch im Verhältnis von THC zu CBD: Indica‑Pflanzen enthalten meist mehr CBD und bewirken einen eher körperlich entspannenden „stoned"‑Effekt. Sativa‑Sorten wachsen höher, liefern mehr THC und wirken geistig anregend und euphorisierend. Moderne Hybride kombinieren beide Eigenschaften.
Verschreibungsfähige Cannabisprodukte
Seit 2017 dürfen Ärzte in Deutschland Cannabis zu medizinischen Zwecken verschreiben. Mit dem neuen Cannabisgesetz (CanG) wurde die Pflanze zum 1. April 2024 aus dem Betäubungsmittelgesetz gestrichen; medizinische Anwendungen sind aber weiterhin über das Medizinal‑Cannabisgesetz (MedCanG) geregelt. Ärztinnen und Ärzte stellen nun ein normales Rezept aus – das spezielle Betäubungsmittelrezept ist nicht mehr erforderlich. In größeren Ballungsräumen wie Berlin, München und Hamburg gibt es spezialisierte Kliniken und Praxen, die in der medizinischen Cannabis-Therapie erfahren sind. Verschreibungsfähig sind verschiedene Zubereitungen:
- Cannabisblüten – getrocknete Blüten mit definiertem THC‑/ CBD‑Gehalt, meist zur Inhalation mit einem Verdampfer.
- Dronabinol – synthetisches THC in Öl‑ oder Kapselform; eingesetzt bei Übelkeit, Appetitlosigkei